Willowburn Jul 2019 [55.5%, NAS, Port-, Malaga- & Sherry Casks, 425 Flaschen]

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Willowburn Jul 2019 [55.5%, NAS, Port-, Malaga- & Sherry Casks, 425 Flaschen]

Stats:

  • Whisky-Art: Single Malt
  • Abfüller: Originalabfüller
  • Alkoholgehalt: 55.5 %
  • Kühlfilterung: nein
  • Gefärbt: nein
  • Alter: NAS
  • Fass/Fässer: Ruby Port, Dulce Malaga & PX Sherry Casks
  • Whiskybase

Notes:

Mit einer gewissen fehlenden Neutralität gehe ich meist an jeden neuen Whisky der deutschen Brennerei Hercynian Distilling aus dem Harz, denn die Jungs und Mädels rund um Brennerei-Chefin Anna Katharina Buchholz liefern nicht nur seit Jahren von mir sehr geliebten Whisky ab, sondern bilden auch meine Heim-Destille direkt vor der Haustür. Will sagen: als harzer Urgestein hängt mein Herz an dieser Brennerei.

Im vergangen Jahr gab es mit dem Willowburn Jul auch die erste Weihnachtsabfüllung des noch recht jungen Willowburn Labels, welches im Gegensatz zum Elsburn Pendant mit einer leichten Rauchnote auffährt. Somit bildet dieser Whisky ein kleines Gegenstück zur beliebten, jährlichen Cosy Winter Abfüllung unter dem Elsburn Label (ehem. The Glen Els).

Für die Reifung ohne Altersangabe wurden Ruby Port, Dulce Malaga und PX Sherry Casks verwendet. Abgefüllt mit kräftigen 55.5% und wie üblich nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt.

Die Aromenexplosion kommt bereits beim Öffnen der Flasche: Bananen, Karamell-Toffee, etwas Tabak und eine gewisse Erdigkeit strömen aus dem Glas. Mit der Zugabe von Wasser sollte man hier immer vorsichtig sein, denn die Harzer sind bekannt dafür, ihren Alkohol trotz höherer Vol. Prozente und jungem Alter extrem gut einzubinden.

So auch hier: samtig weich legt sich der Whisky überaus ölig in den Mund. Dunkle Frucht, Mandeln, wieder Toffee, eine leichte Salzigkeit [sic!] und Marmelade füllen den Mund aus. Der Abgang ist lang, würzig, dennoch sehr süß und liefert massiv angeregten Speichefluss. Und da ist er dann auch, der Hauch von Rauch, der den Whisky zum Abschluss abrundet.

Wie immer ein interessantes Kontrastprogramm zu schottischen Brennereien, punktet man hier doch nicht mit langjähriger Reifezeit, sondern üppig aufgeladenen Fässern unterschiedlichster Kombinationen. Das macht die Malts meist süß, süffig und eigenwillig gut. Mit dem Willowburn Jul hat man abermals einen ziemlichen Kracher abgeliefert, der Freunde der Brennerei schwer begeistern dürfte.

90/100

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Mike
Mike
4. September 2020 09:40

Die Hammerschmiede macht schon feine Sachen, nur leider preislich auch immer sehr teuer.