Toll Wood 2012 [60.6 %, TS Balvenie, Anam na h-Alba, Amontillado Quarter Cask, 194 Flaschen)

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Toll Wood 2012 [60.6 %, TS Balvenie, Anam na h-Alba,  Amontillado Quarter Cask, 194 Flaschen)

Stats:

  • Whisky-Art: Blended Malt (Teaspooned Single Malt)
  • Abfüller: Anam na h-Alba
  • Alkoholgehalt: 60.6 %
  • Kühlfilterung: nein
  • Gefärbt: nein
  • Alter: ca. 8 Jahre
  • Fass/Fässer: Amontillado Quarter Cask
  • Whiskybase

Notes:

Und zack, habe ich wieder einen Whisky vom unabhängigen Abfüller Anam na h-Alba im Glas. Mit der mittlerweile zweiten Toll Wood Abfüllung liefert man einen Speyside Blended Malt, welcher für ganze 8 Jahre in einem Amontillado Quarter Cask reifte, bis er im August diesen Jahres ohne künstlichen Farbstoff oder unliebsame Kühlfiltration in einer Fassstärke von satten 60.6 % Vol. abgefüllt wurde.

Hinter dem Namen Toll Wood verbirgt sich wieder ein sogenannter teaspooned Whisky, also ein Single Malt, dessen Fass mit einem Teelöffel eines anderen Whiskys “verfeinert” wurde und somit nicht mehr als Single Malt verkauft werden darf. Vermutet wird hier ein Balvenie, welcher einen klitzekleinen Teelöffel Glenfiddich beigesteuert bekommen haben soll. Googelt einfach mal nach dem Schloss auf dem Etikett und bildet euch selbst eine Meinung.

Ein Amontillado Quarter Cask also… das lässt auf eine intensive Sherry-Reifung hoffen, denn die deutlich kleineren Quarter Casks beschleunigen die Fassreifung enorm und einen Whisky, der in einem Amontillado Sherry Cask reifen durfte, hat man auch nicht allzu oft im Glas.

Ein regelrechter Bombast breitet sich umgehend in der Nase aus: würzig-süßer Sherry mit starken Weinanklängen drückt aus dem Glas. Vom hohen Alkoholgehalt merkt man erstmal nix, denn hier trifft Crème brûlée auf frischen Cheesecake, was umgehend das Wasser im Mund zusammen laufen lässt.

Süße Kirschen, würziges Holz, zarte Rosinen und eine Spur von getrockneten Datteln liefert der Geschmack. Der Alkohol wärmt den Mund und liefert einen langen Abgang voller unendlicher Kirschen und Sultaninen. Zum Ende des Abgangs merkt man ihm eine gewisse Jugendlichkeit dann doch an, denn der hohe Alkoholgehalt lässt sich hier nicht mehr verleugnen. Somit kippt der Gesamteindruck zum Ende etwas, was in der Summe jedoch nur bedingt negativ auffällt.

In der Preisklasse – und vor allem, wenn man bedenkt, was sich hier in der Flasche hinter dem kryptischen Etikett verbirgt – ein echtes Highlight für Freunde von Sherry-Fass gereiften Whiskys. Ich bin überaus angetan.

91/100

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