3x GlenAllachie – die neue Virgin Oak Series verkostet

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© GlenAllachie | Kirsch Import

Die Speyside Brennerei GlenAllachie fährt diesen Herbst auf einer scheinbar ganz besonderen Schiene. Mit einer dreiteiligen Virgin Oak Series wollen sie geneigten Genießer*innen das regnerische Wetter versüßen und liefern – so heißt es natürlich – handverlesene Finishes aus drei unterschiedlichen Holzarten.

Alle drei Abfüllungen wurden zuerst in Ex-Bourbon Casks gereift, bevor sie ein 18-monatiges Finish in Virgin Oak Casks aus entweder französischer Eiche (Quercus Robur), der aus Missouri stammenden Chinquapin-Eiche (Quercus Muehlenbergii) oder Hogsheads aus spanischer Eiche (Quercus Robur) erhielten. Will heißen, die Whiskys wurden in Fässern gefinished, die zuvor keinerlei Vorbelegung erfahren haben, um den jeweiligen Whisky die unmittelbaren Eigenheiten und Aromen der jeweiligen Holzart aufnehmen zu lassen.

In der Summe sind alle drei Abfüllungen für 12 Jahre gereift und wurden mit 48.0 % Vol. Trinkstärke und – wie für GlenAllachie üblich – ungefärbt und ohne Kühlfiltration abgefüllt.


Chinquapin Oak Finish

Stats:

  • Whisky-Art: Single Malt
  • Abfüller: Originalabfüller
  • Alkoholgehalt: 48.0 %
  • Kühlfilterung: nein
  • Gefärbt: nein
  • Alter: 12 Jahre
  • Fass/Fässer: Ex-Bourben Casks & Chinquapin Virgin Oak Finish

In der Nase machen sich Sirup, Honig, Pfirsich und ein Hauch Mango breit. Diese extreme Holzigkeit, wie man sie von anderweitigen Virgin Oak Reifungen kennt, nehme ich bisher nicht wahr. Sehr angenehm und homogen präsentiert sich der erste Eindruck. Nach gut 20 Minuten im Glas kommt noch eine Vanille-Note und Kräutrigkeit dazu.

Im Antritt mit kräftig-würziger Eiche, Waldhonig und Butterkeksen. Im Abgang zeigt sich die gehobene Trinkstärke deutlich – jedoch nicht sprittig – und transportiert üppiges Heidekraut, würzige Holznuancen und Zuckersirup.

Von der Verwendung von Chinquapin Fässern habe ich zwar bei den ein oder anderen Abfüllern bereits gelesen, im Glas hatte ich eine solche Reifung jedoch noch nicht. Eine extrem spannende Sache, die mit Leerung der Flasche vermutlich noch an Charakter und Komplexität gewinnt. Hier steckt viel Potential drin.

88/100


French Oak Finish

Stats:

  • Whisky-Art: Single Malt
  • Abfüller: Originalabfüller
  • Alkoholgehalt: 48.0 %
  • Kühlfilterung: nein
  • Gefärbt: nein
  • Alter: 12 Jahre
  • Fass/Fässer: Ex-Bourben Casks & French Virgin Oak Finish

Für die French Oak Abfüllung wurden Fässer aus französischer Eiche verwendet, die ihren Ursprung im Département Haute-Garonne am Rande der Pyrenäen nehmen sollen. Klingt auf dem Papier erstmal etwas spektakulärer als es ist, doch zeigt sich der Malt in der Nase bereits zu Beginn sehr facettenreich und liefert eingelegte Orangenschalen, Rosinen, Honig und eine dezente Würzigkeit. Dazu gibt es eine Spur von Kaffeesatz und im Gegensatz zum zuerst verkosteten einen etwas spürbareren Alkohol in der Nase. Was ich jedoch nicht unangenehm wahrnehme.

Im Antritt ebenfalls recht griffig und würzig, mit kräftigen Aromen von Honig, Holzpolitur und einigen leichten Nuancen von Zitrusfrüchten. Auch hier steht im Abgang eine Wand aus Holz und hält sich dank der 48.0 % Vol. lange im Mund und Hals. Ideal für die kalte Jahreszeit. Ein runder Malt, jedoch nicht mit einem ganz so intensiven Wow-Effekt wie das Chinquapin Finish.

87/100


Spanish Oak Finish

Stats:

  • Whisky-Art: Single Malt
  • Abfüller: Originalabfüller
  • Alkoholgehalt: 48.0 %
  • Kühlfilterung: nein
  • Gefärbt: nein
  • Alter: 12 Jahre
  • Fass/Fässer: Ex-Bourben Casks & Spanish Virgin Oak Finish

Mit dem Finish in Spanish Oak Casks betreten wir halbwegs familiäres Gebiet, denn hier unterbreitet der Whisky viele Aromen, die wir bereits von qualitativen Sherry-Fass-Reifungen aus der Speyside kennen dürften.

Holzige Würze und Assoziationen von Bootspolitur und frisch lackierten Hölzern wird deutlich, wie ich sie oft bei Sherry-Reifungen von Macallan oder auch Balvenie vernommen habe. Dabei bleibt der Whisky dennoch cremig und zuckrig in der Nase, mit Anklängen von Sirup und Orangen, die das Bild unaufdringlich ergänzen.

Süße und würzige Kräuter verschaffen dem Whisky einen starken Antritt. Vom Mundgefühl schlägt er in eine ähnliche Kerbe, wie die beiden anderen Vertreter, jedoch wirkt er in der Summe noch eine Spur komplexer. Im Abgang ebenfalls lang, süß und durchsetzt mit Heidekraut. Unnötig bitter wird hier nix und es bleibt ein angenehm langes Finish voller würziger Noten und angenehmey Holzaromen. Ein gelungener Whisky und für mich der stärkste Vertreter der Serie.

89/100

Disclaimer: die Samples zur Verkostung wurden mir unentgeltlich von Kirsch Whisky zur Verfügung gestellt. Merci beaucoup dafür.

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